Warum Berührungen so gut tun

Berührungen sind ein Grundbedürfnis

SRF Kulturplatz, Januar 2016

Warum der Mensch Berührung braucht

Genau wie der Magen sich nach Nahrung verzehrt oder die Lunge nach Luft, braucht die Haut angenehme Berührung. Zwei Quadratmeter Haut umspannen den Körper, unser grösstes Organ. Hände, Lippen und Zunge sind mit den meisten Sensoren auf unserer Körperoberfläche ausgestattet. Berührt ein anderer Mensch unsere Haut, rasen Nervenimpulse durch den Körper. Das Kuschelhormon Oxytocin wird ausgeschüttet und stärkt das Immunsystem. Es wirkt stress-lindernd, anti-depressiv und senkt den Blutdruck – und macht definitiv mehr Spass als Pillen schlucken. Forscher gehen zudem davon aus, dass Oxytocin das Sozialverhalten verbessert. Menschen, die regelmässig liebevoll angefasst werden, sind entspannter und gesünder. «Eine Berührung sagt mehr als tausend Worte, weil sie die erste Sprache ist, die ein Mensch versteht. Und die einzige, die er nie vergisst», schreibt Werner Bartens im Buch «Wie Berührung hilft».

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Sinne sind dazu da, sich mit anderen Menschen zu verbinden

Der Tastsinn ist der erste Sinn, der sich im Mutterleib entwickelt, und der letzte, der vor dem Tod erlischt. Lange bevor ein Embryo riechen und sehen kann, reagiert er auf Berührung. Schon nach acht Wochen. Ein Baby kann taub oder blind zur Welt kommen und gut gedeihen. Aber ohne Berührung bleibt es geistig und körperlich zurück. Auch Erwachsene welken ohne Berührungen dahin wie ein Blume ohne Wasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

Berührung gibt Geborgenheit und Wärme

Dem Bedürfnis nach Nähe haftet in den Augen der Gesellschaft etwas Schmuddelig-Unseriöses an. «Es ist einfacher, sich über Dating-Apps einen One-Night-Stand zu organisieren als eine Umarmung zu bekommen», sagt Tastsinn-Forscher Grunwald. Der Mensch versichere sich jedoch durch Körperkontakt mit anderen, dass er nicht allein auf der Welt ist. Meine Erfahrungen als Berührungscoach deckt sich mit der vieler anderen: Was z.B. an einem Kuschelabend passiert, hat schon fast etwas "magisches" an sich. Eine selige Ruhe breitet sich aus. Man fühlt sich wie ein Kind, das von seinen Eltern in die Arme genommen wird. An einem sicheren Ort, wo alles gut ist. Das rührt an etwas Archaisches: Wie die Höhlenmenschen einer Sippe spenden sich die Teilnehmer Nestwärme. Wichtig ist dabei, dass es sich um Achtsame Berührungen handelt. Achtsame Berührung ist absichtslose Berührung. Durch achtsame Berührung entsteht ein nährender und entspannender Kontakt zu anderen, ohne dass es in erotische oder sexuelle Bereiche abgleitet.

 

 

 

 

 

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